UWV-Stellungnahme zum Einsatz von Blitzer-Anhängern in Mechernich
Mechernich, 29. September 2026. Das Thema Sicherheit hat einen hohen Stellenwert und genießt bei der UWV-Fraktion bei allen Planungen stets oberste Priorität.
Aus diesem Grund hat sich die UWV-Fraktion ausführlich mit Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an Gefahrenstellen wie Kitas, Schulen, Bushaltestellen und Altenheimen befasst.
Der momentane Erziehungseffekt von Blitzer-Anhängern ist durch die unvorhersehbare Rotation zwar im ersten Moment groß, die Langzeitwirkung am Aufstellort nimmt jedoch rasch ab.

Viele Autofahrer verurteilen mobile Blitzer an übersichtlichen und vielbefahrenen Straßen. In der Bevölkerung verstärkt sich der Eindruck, dass es den Kommunen weniger um die Verkehrssicherheit als um das Füllen der Haushaltskassen geht – insbesondere, da diese Anhänger für Landkreise oft sehr lukrativ sind und Millionenumsätze generieren. Das ist für uns aber nicht der entscheidende Punkt.
Unsere Alternativen: nachhaltig, akzeptiert und kosteneffizient
Die UWV bevorzugt Maßnahmen, die permanent und nachhaltig wirken. Stationäre Blitzer bieten eine dauerhafte Bremswirkung. Sie sind jedoch mit Anschaffungskosten von 80.000 bis 150.000 Euro recht teuer und bei der momentanen Haushaltslage der Stadt Mechernich kaum finanzierbar.
Wir empfehlen stattdessen kostengünstige Veränderungen der Straßenführung. Diese animieren durch eine gezielte Verhaltenslenkung zum langsamen Fahren bei erhöhter Aufmerksamkeit – ganz ohne teure bauliche Großmaßnahmen.
Konkreter Vorschlag: optische und visuelle Maßnahmen
Als sehr kostengünstige und sofort wirksame Maßnahmen schlagen wir vor:
- Warnschilder: Hinweise wie „Achtung Geschwindigkeitskontrolle“ vor Gefahrenstellen haben einen Erziehungseffekt, auch wenn der Blitzer-Anhänger dort gerade nicht steht.
- Optische Fahrbahnverengung: Durch das Aufmalen breiterer Randstreifen, beispielsweise für Fahrradwege, wird die gefühlte Fahrbahnbreite für Autos verringert. Autofahrer bremsen automatisch ab, wenn eine Straße optisch eng wirkt.
- Optische Bremse: Querlinien auf dem Asphalt, die in immer kürzeren Abständen folgen, täuschen dem Fahrer eine höhere Geschwindigkeit vor. Das führt zu einem reflexartigen Abbremsen.
- Flüster- oder Rumpelstreifen: Kostengünstige Fräsungen oder dünne Belagsauftragungen im Asphalt erzeugen beim Überfahren Vibrationen und Geräusche im Auto. Sie signalisieren Gefahrenstellen, ohne das Fahrzeug zu beschädigen.
- Oberflächenwechsel: Ein rauerer Asphalt oder kurze Abschnitte mit eingewalztem Pflasterimitat verändern das Abrollgeräusch der Reifen. Autofahrer drosseln reflexartig das Tempo, um den Lärm zu reduzieren.
- Versetztes Parken: Durch das wechselseitige Einzeichnen von Parkflächen auf der linken und rechten Straßenseite entsteht ein Schikanen-Effekt. Autofahrer können nicht mehr geradeaus durchrasen und müssen vor allem bei Gegenverkehr abwarten.
- Pflanzkübel oder Poller: Anstelle teurer Betoninseln können mobile Pflanzkübel oder flexible Kunststoffpoller als künstliche Engstellen oder Slaloms aufgestellt werden.
- Mini-Kreisverkehre: Ein kleiner Kreisverkehr an Kreuzungen – oft reicht eine leicht erhöhte, überfahrbare Mittelinsel aus Kopfsteinpflaster – zwingt zum Abbremsen und verflüssigt gleichzeitig den Verkehr.
Wir empfehlen, diese kostengünstigen Maßnahmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu bedenken und umzusetzen. Eine momentane Gelegenheit ist der Umbau der Feytalstraße. Hier sollte man außerdem den Einsatz eines permanenten Blitzers in Erwägung ziehen.
Zustimmung mit klaren Bedingungen
Die UWV stimmt dem Beschlussvorschlag zu, möchte jedoch ergänzen, dass der Einsatz und die Aufstellung der Blitzer-Anhänger strikt auf Gefahrenstellen wie Kitas, Schulen, Bushaltestellen, Altenheime und erwiesenermaßen gefährliche, stark frequentierte Fußgängerüberwege mit und ohne Kennzeichnung beschränkt werden.
Der Blitzer-Anhänger wird zunächst für zwei Jahre geleast. Wir möchten diese zwei Jahre als befristeten Probezeitraum ansehen. Rechtzeitig vor Ablauf dieses Zeitraums soll die Verwaltung eine umfassende Evaluierung der tatsächlichen Wirksamkeit und des tatsächlichen Aufwandes durchführen. Mit Wirksamkeit ist der tatsächliche Rückgang der Geschwindigkeitsverstöße gemeint. Auf Basis dieser Daten entscheidet der Rat im Anschluss über eine Weiterführung, Modifizierung oder Beendigung des Einsatzes der Blitzer-Anhänger.
Für die UWV-Fraktion: Horst-Peter Litzbarski, Günter Nießen, Karl-Heinz Seeliger, Heinz Schmitz und Dr. Manfred Rechs.